Warum erhöht eine private Krankenversicherung die Beiträge?

Alles wird teurer

Egal, ob gesetzliche oder private Krankenversicherung: Sie müssen sich damit abfinden, dass der Schutz Ihrer Gesundheit heute billiger ist, als er in 10 Jahren sein wird. Dieser einfache Grundsatz gilt schon alleine durch die systembedingte Inflation.

Ist eine PKV stabil kalkulierbar?

Die private Krankenversicherung kalkuliert ihre Beiträge grundsätzlich auskömmlich. Theoretisch gibt es keinen Grund, dass die Beiträge im Laufe der Zeit steigen müssten.

Bei der Beitragsberechnung legt der Versicherer die zum Zeitpunkt der Vertragskalkulation bekannten Daten zugrunde. Diese Daten umfassen die statistisch zu erwartenden Versicherungsleistungen, die Lebenszeit der Versicherten, den Rechnungszins, die Ausfallquote an Beiträgen usw. usf.

Ändert sich nach der Beitragskalkulation in der Zukunft einer dieser Faktoren unvorhergesehen, kann die Kalkulation nicht mehr aufgehen. Der Tarif hat unter Umständen einen „Anpassungsbedarf“ – den Versicherten droht eine Beitragserhöhung.  

Unvorhersehbare Faktoren

Typische unvorhersehbare Faktoren sind zum Beispiel Kostensteigerungen im Gesundheitswesen wie Lohnerhöhungen oder die Einführung neuer Therapien. Auch eine Steigerung der Lebenserwartung der Versicherten oder aber eine unvorhersehbare Schadenshäufigkeit – zum Beispiel durch eine Grippewelle, können nicht im Voraus berechnet werden.

Dann darf die Private Krankenversicherung den Beitrag erhöhen

Eine Krankenversicherung vergleicht jährlich die bei der Tarifkalkulation zugrunde gelegten Daten mit den tatsächlich (voraussichtlich) erforderlichen Versicherungsleistungen.

Ergibt sich bei einem Vergleich der für die Zukunft kalkulierten Kosten mit den voraussichtlich zu erwartenden Kosten eine Abweichung von 10%, kann die Krankenversicherung unter Aufsicht eines unabhängigen Treuhänders die Beiträge erhöhen.

Blick in die Glaskugel

Führt man sich vor Augen, dass eine private Krankenversicherung bei der ursprünglichen Tarifkalkulation  vor der Aufgabe steht, ihre Beiträge für zig Jahre im Voraus zu berechnen und bei der Berechnung die Änderung vieler zu berücksichtigender Faktoren in der Zukunft schlichtweg unbekannt sind, wird klar, dass Beitragsveränderungen unvermeidlich sind.

Kein seriöses wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen – egal ob private oder gesetzliche Krankenversicherung, Bäcker oder Autohersteller – kann heute verbindlich vorhersagen, welchen Preis sein Produkt in 10 Jahren haben wird.  

Keine willkürlichen Preiserhöhungen

Im Gegensatz zu vielen anderen Wirtschaftszweigen kann die Private Krankenversicherung ihre Preise jedoch nicht willkürlich festsetzen, sondern muss gegenüber den Aufsichtsbehörden eine Beitragsanpassung in einem formalen Verfahren begründen.

Indizien für stabile Beiträge in der Zukunft

Wer sich für eine private Krankenversicherung interessiert, ist entsprechend gut beraten, sich nicht nur für den heutigen Beitrag leiten zu lassen. Gleichermaßen wichtig sind u.a. die Beitragsentwicklung in der Vergangenheit, die Zahl der Versicherten, die finanzielle Lage der Gesellschaft, die Annahmekriterien einer Gesellschaft und die Zusammensetzung des Versichertenkollektivs.

Diese Faktoren lassen zwar keine verbindlichen Aussagen für die Zukunft zu, geben unserer Meinung nach einen guten Hinweis auf die Wahrscheinlichkeit von stabilen Beiträgen in den kommenden Jahren.

Wenn Sie wissen wollen, welche Krankenversicherung zu Ihren Ansprüchen passt, sprechen Sie uns gerne an.