Keine gesetzliche Rentenversicherungspflicht für Personal Trainer

Wer als selbständig tätiger Trainer (z.B. als Personal Trainer, Ernährungscoach, Tennislehrer o.ä.) beratend auf individuelle Probleme seines Klienten eingeht, übt keine lehrende Tätigkeit im Sinne des § 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI aus. Eine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung besteht nach einer Entscheidung des Sozialgerichtes Osnabrück vom 30.01.2019 (AZ S 1 R 132/17) entsprechend nicht.

Zum Fall: Ein selbständiger tätiger Personal Trainer betreute in Zusammenarbeit mit Fitnessstudios Einzelkunden und unterstützte sie bei der Erreichung ihrer persönlichen Ziele durch individuell auf die Zielstellungen seiner Kunden erarbeitete Maßnahmen.

Die gesetzliche Rentenversicherung sah in dieser Betreuung eine lehrende Tätigkeit und unterstellte eine Rentenversicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Zum Hintergrund: Selbständig tätige Lehrer und Erzieher, die im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit regelmäßig keinen sozialversicherungspflichtigen Angestellten beschäftigen, sind nach § 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Der Ansicht der Rentenversicherung widersprach jedoch im Einvernehmen mit höchstrichterlicher Rechtsprechung das Sozialgericht Osnabrück.

Eine lehrende Tätigkeit ist nur dann anzunehmen, wenn der Schwerpunkt der zu beurteilenden Tätigkeit in der Wissensvermittlung für eine unbestimmte Anzahl von unbestimmten Anwendungssituationen geprägt ist, also abstrakt Wissen und Know-How vermittelt wird, mit dem der Unterrichtete zukünftige ihm jetzt noch nicht bekannte Problemstellungen selbst lösen kann.

Eine beratende Tätigkeit hingegen ist dann gegeben, wenn sich der Ratsuchende mit einer individuellen Problemstellung an seinen Berater wendet und dieser dann konkret Strategien und Lösungen sowie passende Lösungsvorschläge für  das individuelle gegebene Problem erarbeitet. Hier unterscheidet sich die beratende Tätigkeit von einem Einzelunterricht.

Fazit: Wer als Fitnesstrainer, Ernährungsberater oder Personal Trainer lieber ausschließlich auf private Altersvorsorge setzen möchte , kann sich mit der vorstehenden Argumentation eventuell von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Wir raten allerdings grundsätzlich davon ab, die Auseinandersetzung mit der Rentenversicherung selbst zu führen. Als Ihr Versicherungsmakler vermitteln wir Ihnen gerne einen entsprechenden Spezialisten.

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