Dann sollten Sie Leerstand bei Ihrer Versicherung anzeigen

Haben Sie eine Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, sind sie verpflichtet, sogenannte „Gefahrerhöhungen“ dem Versicherer anzuzeigen.

Eine Gefahrerhöhung liegt immer dann vor, wenn der Eintritt eines versicherten Schadens nach Vertragsschluss durch veränderte Umstände erheblich wahrscheinlicher wird, als der Versicherer es bei Vertragsschluss einkalkulieren konnte. Eine gerne verwendetes Beispiel ist das nachträgliche Anbringen eines Gerüstes am Gebäude, über das Einbrecher leichter in die oberen Etagen gelangen können.

Unterbleibt eine solche Meldung, muss der Versicherer unter Umständen im Schadensfall nicht leisten.

Dass Vandalismusschäden durch eingeworfenene Fenster oder Schmierereien an leerstehenden Gebäuden wahrscheinlicher sind, als an einem dauerhaft bewohnten Gebäude, liegt auf der Hand.

Entsprechend gilt der Leerstand eines Wohngebäudes als Gefahrerhöhung, die dem Versicherer mitzuteilen ist.

Allerdings gilt diese Regel nicht universell. Leerstand kann eine Gefahrerhöhung darstellen – muss es aber nicht.

Das OLG Rostock hat mit seinem Beschluss 6 U 171/06 vier Indizien angeführt, bei denen von einer meldepflichtigen Gefahrerhöhung für die Wohngebäudeversicherung durch Leerstand ausgegangen werden kann.

  • Türen und / oder Fenster werden beschädigt
  • Das Gebäude ist frei zugänglich
  • Das Gebäude liegt in großer Entfernung zu belebter Wohnbebauung
  • Am Gebäude ist ein allgemeiner Verwahrlosungszustand festzustellen, der unbefugte Dritte anzieht.

Sind Sie Vermieter oder Wohnungsverwalter und steht eines Ihrer Objekte längerfristig leer, dann teilen Sie diesen Umstand bitte mindestens Ihrem Versicherungsmakler mit. Andernfalls riskieren Sie den Schutz Ihrer Wohngebäudeversicherung

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